Donnerstag, 25. Oktober 2012

Der Kapitalismus und ich - Warum es Liebe ist

Da ich kürzlich nach insgesamt 27 Jahren Schul- und Berufsausbildung inzwischen endlich in der unteren Mittelklasse angekommen bin, mache ich mir jetzt natürlich verstärkt Gedanken um die bundesdeutsche Wirtschaft und wie die Werbung sie tapfer ankurbelt. Etwa während kurzer Ruhephasen, die ich gerne vor dem Fernsehgerät verbringe.

Eben dann im Vorabendprogramm: In weichen Bildern, unterlegt von guter Musik, werden freundliche Bilder der Natur gezeigt. Eine warme Stimme erzählt etwas - es geht wohl um uns alle, was wir in dieser Welt wollen und was unser Ziel ist. Schön, dass mich endlich mal jemand ernst nimmt, denke ich, während die Kamera sanft über einen reich mit Gemüse, Obst und guter Butter belegten Tisch schwenkt.

Endlich präzisiert die Stimme ihr Anliegen: Wir wollen alle nur besser leben! Nachdem mich eine gesund aussehende junge Frau zum Abschied aufreizend angelächelt hat, blendet der Bildschirm ins Rote und das Logo des guten Schirmherren erscheint: Rewe. Etwas angeekelt von dem bisher unverantwortlichen Verhalten mir selbst gegenüber beginne ich einen Wechsel meines Lebenswandels ins Auge zu fassen.
 
Ein weiterer Spot folgt, ich befinde mich aber noch in Gedanken.

Dann der nächste! Er ist wieder von Rewe. Ab morgen wird dort ein "Klassiker" der Küche zum absoluten Sonderpreis angeboten. Maggi Rivoli in der 850 Gramm Dose. Für Ein Euro Elf. Mein Speichel fließt unkontrolliert in alle Richtungen.
Ich und mein Rewe - wir werden uns bald wieder näher kommen.

Dienstag, 16. Oktober 2012

Adventures in Marl-Sinsen

Ich sitze gerade im RegionalExpress RE2 und wir verlassen gerade den Bahnhof "Haltern am See". Hinter mir ertönt eine sich ständig wiederholende kurze und düstere Melodie. Sie klingt geheimnisvoll und erinnert mich stark an eine Szene in einem Computerspiel. Exakt wie in diesem Spiel wiederholt sie sich wieder und wieder, so als ob man die Maus beiseite gelegt und die Spielfigur vergessen hätte.

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Das kulinarische Kurzurlaubsrätsel

Wo wurde dieses Foto aufgenommen?
Der erste Einsender, der die korrekten Geodaten nennen kann, erhält einen reformierten Rätselpunkt.

Samstag, 6. Oktober 2012

Stimmungsmathematik

Nach einer ersten Zählung verfüge ich inzwischen über nicht weniger als zehn elektronische Geräte mit Bildschirm, die mich mit unterhaltungsrelevanten Inhalten versorgen. Trotzdem scheint es noch andere Gründe für meine derzeit ausfallend gute Laune zu geben. Aus diesen und anderen Gründen gehe ich jetzt raus, Freunde treffen und der schlechten Welt ein Stück weit entgegen kommen. Hehehe. Bring da mothafuckin ruckus!

Samstag, 30. Juni 2012

Vor den Toren des Festzelts

Keine fünfzig Meter entfernt beginnt die Band ihr erstes Set. Knallharter deutscher Schlager ertränkt die vorortliche Samstagabendstille. Eine Amsel kommt den Dachfirst entlang, den Schnabel interessiert in Richtung der Musik haltend. Sie setzt zu einem eigenen Lied an, stockt, und verstummt. Sie weiß, dass sie verloren hat.

Freitag, 15. Juni 2012

Nicht der Rede wert

Ich bin geradezu exzellent mies gelaunt. Offenbar ist mir die kreative Zündkerze doch irgendwie abgebrochen. Der letzte halbwegs klare Gedanke, an den ich mich noch erinnern kann, war die Erfindung des Tätigkeitsworts "letargiéren". Es ist französisch und ohne Lächeln im Gesicht auszusprechen.

Samstag, 26. Mai 2012

Wiederaufnahme des Verfahrens

Tja, da sitze ich auf meiner renovierten Terrasse, lastere, lese eine Bildergeschichte von Eugen Egner und falle vor Lachen vom Stuhl. Echt gut.

Mittwoch, 22. Februar 2012

Philosophie des Abendlandes #3

Jetzt mal was für die Juristen: Protagoras war ein Sophist, also eine Art Philosohie- und Rhetoriklehrer, der im antiken Athen gegen Honorar unterrichtete. In Athen war es damals üblich, dass sich Ankläger und Angeklagte vor Gericht selber vertreten mussten. Der Berufsstand des Anwalts war also noch nicht erfunden. Dies erklärt aber auch den hohen Bedarf an professionellen Sophisten.

Protagoras einigte sich jedenfalls mit einem seiner Kunden darauf, dass er seine Bezahlung erst nach dem ersten gewonnenen Prozess seines Schülers erhalten sollte. Unmittelbar nach Vertragsschluss verklagte er diesen dann auf die Zahlung des Honorars.

Mittwoch, 15. Februar 2012

Philosophie des Abendlandes #2

Ziemlich cool war wohl auch der Pythagoras, der beileibe nicht nur einfacher Mathematiker war. Man kann sich bei einigen der vorsokratischen Griechen den gelungenen mathematischen Beweis wohl als so etwas wie eine göttliche Erleuchtung vorstellen. Kunststück, könnte man jetzt allerdings sagen, heute hat man zu so etwas ja gar keine Gelegenheit mehr, weil man in der Schule schon alles reingestopft bekommt. Und später, wenn man sich dann von alleine dafür interessiert, ist es dann nur noch ein alter Hut. Naja, egal. Mathematische Axiome, die ja irgendwie unabhängig von Zeit und Raum existieren und gelten, wurden auch als "Gedanken Gottes" bezeichnet, was ich somehow eigentlich ganz okay finde.

Am Pythagoras hat mich jedenfalls am meisten beeindruckt, dass er
 a) eine eigene Schule hatte und sich seine Schüler selber aussuchte
b) anfing dedukative Beweise zu führen
c) den berühmten Satz des Pythagoras formulierte
d) hin und wieder auch mal Tieren predigte
e) seinen Anhängern aufs schärfste verbot, Bohnen zu essen

Dienstag, 14. Februar 2012

Philosophie des Abendlandes #1

Obwohl das Team Grübelmonster gestern einen ersten großen Erfolg erzielt hat, befinde mich doch immer noch verstärkt auf Sinnsuche. Daher habe ich einmal ins Regal gegriffen und die Philosophie des Abendlands entdeckt. Ein sehr interessantes Buch, von dem ich in nächster Zeit wohl noch mehr berichten muss. Erste Erkenntnisse nach den ersten Sätzen über Thales, Orpheus und Dinoysos: Abgefahrn was für Parallelen es doch zwischen den Religionsentwicklungen gegeben hat. Und: Glücklich, wer eine Religion ohne angebliche Offenbarung hat, die scheinen ja in der Regel eher friedlicher und privater abzugehen, auch wenn sie gelegentlich ein paar Tiere zerfetzen und ziemlich enthusiastisch werden, wenn sie getrunken haben. Geht auf jeden Fall ab.  
Gut fand ich aber auch, dass die erste in dem Buch erwähnte Stadt meine Heimatstadt ist. Damit hätte ich nicht gerechnet.

Sonntag, 29. Januar 2012

Westfalia In Da House

Es ist Foodwoche bei winterorbit.de, daher wird morgen im winterorbit HQ gekocht. Letzte Woche war auch Foodwoche, allerdings beim Belgier. Der hatte damals stundenlang an einigen Konijns herumerhitzt um sie danach mit Backpflaumen zu veräppeln. Köstlich. Wenn man auf Schonkost steht. Wir dagegen werden uns morgen den wirklich dunklen Geheimnissen der westfälischen Küche widmen. Sollte noch jemand seinen Magen aufs Spiel setzen wollen, so melde er sich rechtzeitig, damit ich genug Schweine ordern kann.

Montag, 23. Januar 2012

Sema Genesis 2012

Ein neues Jahr hat seine Pforten geöffnet und nach wie vor machen viele Worte keinen Sinn. Dies ist allerdings kein Grund, hier nicht trotzdem anzusetzen und der allgemeinen Verständlichkeit von Kommunikation die Rache am System zu schwören.

Zur Erklärung für unsere jungen Leser: Im Rahmen der Sema Genesis stellen die Premium-Nutzer von winterorbit.de alljährlich Wortschöpfungen auf, die unser Leben nachhaltig verbessern wollen.
Um diesen sprachlinguistischen Husarenritt einmal marktwirtschaftlich zu erklären, könnte man vielleicht so argumentieren: Sie, als Teilnehmer dieser Sprache, können, sofern Sie diesen Beitrag lesen und verstehen können, durch einen kreativen Akt vom einfachen Teilhaber (Sprachopfer) zum Investor aufsteigen. (vgl. Argumentationsende 2012)

Was bringt das? Zunächst einmal wenig.

Ich werde diesmal daher nicht den ersten Schritt tun, da mich der Lidl um einen Gedanken geprellt hat, hoffe aber auf allgemeine Partizipation, wünsche viel Spaß und verweise auf die vergangene Sema Genesis (vgl. winterorbit 2009a & winterorbit 2009b)

Sonntag, 22. Januar 2012

Komisch, keine Idee, nix. Zu langsam dümpeln die Informationen zu den Ohren hinein, spiegeln sich an den Innenseiten der Netzhäute ohne nennenswertes Erkennen wieder und versickern ohne Interpretation in den Kapilaren, Dendriten und Artischocken. Ä?

Was tun? Die Aktualität zu Grabe tragen?
Ich empfehle zur Überbrückung den Winterorbit-Vintage-Button.
Zwar mögen die Beiträge dort alt sein, teilweise grüngrau, aber vielleicht erscheinen sie im heutigen Licht ja irgendwie deutlicher, akuteller, melierter.

Mittwoch, 18. Januar 2012

Lyrik a.d./d.a.

bodenlosen dauert sechs
sende so beworben
wird fleißig Neid
in der hau den Store
 
O rose, thou art sick!
The invisible worm,
That flies in the night,
In the howling storm.

SV und Auto seid nett
auf Prinzenrolle
eines Taxikillers
das sein Leid ist neu

Has found out thy bed
Of crimson joy,
And his dark secret love
Does thy life destroy.

Donnerstag, 12. Januar 2012

Sind wir konfuse Eschen?

Was sind konfuse Eschen
sind es englische Wörter
zum Beispiel die Serie
ja wohl da he he mei mei Konfessionsschulen vielleicht
oder war es
spricht der Metzger
oder gestrig der Bodenbelag
wir machen hier blöde X
Gmail will weg
hier Orders jedermanns Town
ist eine sehr bemüht
war es und
Ja ja ja Jack een ouwe nee
ik ben er benwen beste in 2000 en daar zullen we dat deden die dreigen uit
Dat het europees kampioenschap gaan wennen maar
moi ou voit à 20 CDI mail pour 13 GS maison ou d'un ami d'un ami rendu un ami qui n'est Christophe c'était moi qui est réel 13 aux 20:00
ik denk dat ik daar een kleine bank en ja baarsweg oranje boven
en buiten maar snel die lelijke duitsers naar beneden is de Hele
hahahaha
Füße als schon sein Anliegen überhaupt je Idee Heimatort war genauso eine begegnen meine beste Flinte
so Sperma an der einzelnen oder weniger
Druckidee wann eine senkende finden
mein Gehaltsmann
oh kniet

Dienstag, 10. Januar 2012

Zurück in die Zukunft des kaum lösbaren Rätsels um den Weltuntergang

Passend zum heute Abend anstehenden Vortrag noch ein schnelles Rätsel:
Gesucht sind zwei Namensvettern, menschliche Homonyme sozusagen.
Der eine ist ein Verdächtiger, was den Weltuntergang angeht.
Der andere ist jemand, der auf einer spekulativen Basis einen möglich Ausweg aus dem Dilemma anbietet. Der Satz "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben" würde in diesem Fall aber auch nur bedingt gelten. Von einer eigenen Vergangenheit müsste man sich jedenfalls verabschieden und seine eigene Geschichte in Zukunft neu schreiben.
Der eine der beiden wurde in Kentucky geboren. Der andere ist aus philosophischer Sicht angeblich tot obwohl auch über eine Geburt keine verlässlichen Informationen zu finden sind. Schon wieder ein Paradoxon!

Eventmanagement

Irgendwann kommt man als Blogschreiber an den Punkt, ständig über mögliche Einträge nachdenken zu müssen. Sie glauben ja garnicht, was ich schon alles nicht geschrieben habe. Holla-die-Waldfee.

Um mir mal etwas unpersönlichere Gedanken machen zu können, werde ich heute Abend vielleicht einen Vortrag von einem echten (vermutlich staatlich geprüften) Professor besuchen. Er wird über den Weltuntergang 2012 referieren. Möglicherweise bringt mir das ja ein paar neue Erkenntnisse.
Der Referent ist übrigens nicht bei der FDP.

Montag, 2. Januar 2012

Highscore 2011

Tja, der Igel ist nicht mehr da. Vielleicht ist er tot, vielleicht ist er weggezogen, seine Sachen hat er jedenfalls nicht mitgenommen.
2011 ist auch vorbei, ein gutes Jahr - sofern man auf schreckliche, gemeine, verzweifelte und hinterhältig hoffnungslose Jahre steht.
2012 beginnt vielversprechend mit Alpträumen. Macht aber nix, ich hab noch Ferien und kann wenigstens ausschlafen.