Freitag, 29. Oktober 2010

Neues vom Partyzug

Gerade stehe ich am Gleis und warte auf die Bahn, die mich tagtäglich zur Arbeit befördert. Nur steht da diesmal kein hellroter Regionalexpress, sondern ein dunkelroter "Partyexpress" mit weit geöffneten Türen und 20 Minuten Verspätung.

Was soll ich tun? Einsteigen und den Irrtum erst am nächsten Werktag telefonisch aufklären? Ich entscheide mich dagegen, einen sogenannten "besonderen Fahrschein" habe ich ja auch nicht. Wo bekommt man den wohl her? Ich tippe auf eine eher stationäre Einrichtung.

Samstag, 23. Oktober 2010

Fahrt aufnehmen

Um den direkten Vergleich zu haben, war ich nach einer Woche an der Nordsee noch einige Tage an der Ostsee, genaur: In der Hansestadt Lübeck. Über die gibt es leider nur wenig schlechtes zu berichten, sie ist tatsächlich ziemlich schön.

Weitaus interessanter als die städtetouristische Beschreibung ist jetzt allerdings die sozialkulturelle Begebenheit, die uns in ungeahnte Tiefen der Begeisterung riss: Wir nahmen unfreiwillig an einer Kaffeefahrt teil!

Geplant war eigentlich eine normale Hafenrundfahrt, einmal rund um die Altstadt Lübecks. Anfangs dachten wir noch, wir wären die einzigen Passagiere auf der etwa 50 Plätze fassenden Barkasse. Anstatt aber mit der angekündigten (und bezahlten) Bootstour zu beginnen, steuerte der Kapitän noch einen zweiten Hafen an.
Plötzlich füllte sich der Innenraum mit alten Leuten!
Der Lärmpegel steigerte sich auf ein ziemlich erträgliches Maß (es handelte sich hauptsächlich um Laute der Zustimmung und Gleichgültigkeit), während immer mehr Senioren auf das schwankende Schiff getrieben wurden.

Uns war zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht klar, dass es sich um eine organisierte Form des Rentnerausflugs handelte - dass die Sache glimpflich ausgehen würde war uns allerdings ebenso wenig klar. Alles in allem verhielt sich die Menge uns gegenüber dann aber kaum feindlich.

Von der Fahrt selber ist kaum eine Erinnerung geblieben. Einzig das plötzliche Anschwellen der Zustimmungslaute bei bestimmten Reizworten ist noch präsent: Kaiser Wilhelm (gut), Napoleon (bekannt), Rotlichtviertel (Riesensauerei (hihi)).

Nachdem die Fahrt etwa eine Stunde später vorbei, die Rentner zum nächsten Termin gekarrt und wir im Regen allein gelassen worden waren, kam die Erkenntnis: Politik machen gegen die Interessen eines solchen Klientels ist eine mehr als gewagte Sache.

Dienstag, 19. Oktober 2010

Die kleinen Kuriosika

Das Durchhalten im bundesrepublikanischen Deutschland zweiter Ordnung ist nicht immer leicht. Schnelllebigkeit und Modernismus ergeben einen zwar oft unglaublich preisgünstigen, aber nicht immer überschaubaren Alltag.
Umsobesser, dass es noch Nischen gibt. Kleine, rauchige, braune Nischen: Schreibwaren-Lotto-Tabakhändler.
Weichen Sie doch einmal vom Alltag ab: Sehen Sie einem solchen Laden mit direktem Blick in die Auslagen. Sie werden Unglaubliches erblicken!

Montag, 18. Oktober 2010

Return on Invest

Still war es geworden im Winterorbit. Die Erklärung ist so verblüffend einfach wie verblüffend generell: Ich bin seit August im Staatsdienst beschäftigt. Als Beamter gehört es zu meinen Pflichten, mich politisch nur "maßvoll" zu betätigen. Deshalb mussten einige Topics ersatzlos gestrichen werden. Nachgereicht hier nun doch eine kurze Zusammenfassung:

Stuttgart 21: Voll dafür.
Inlandseinsätze der Bundeswehr: Gerne mal wieder.
Ausländische Fachkräfte: Wenn sie nett sind.

Übrigens: Eine weiterer Teil der biographischen Kurzfilmreihe "Cattle Grid" steht kurz vor der Veröffentlichung. Prädikat: Besonders.