Mittwoch, 31. März 2010

Reformhaus digital: Partizipation der Massen

Soziale Kommunikation will organisiert sein, glaubt man den Nutzerzahlen der beliebten sozialen Treffpunkte im multimedial-adoleszenten Internet. Nicht mehr wenige Menschen verändern das Netz, umgekehrt, das Netz formt jetzt die Menschen.

Wir erinnern uns: Die Gesellschaft ist nach der digitalen Revolution gespalten, und zwar in beigefarbene Großmütter ohne Anschluss und bunte Kommunikationsgaranten mit unangestrengt affirmativem Konsumverhalten bei gleichbleibender eigener Meinung.

Wo die bemitleidenswerten Rundfunkteilnehmer der zurückgebliebenen Generation noch an der geistig-moralischen Wende arbeiten, steht ihrer Weiterentwicklung ein völlig neues Konzept der Interaktion zur Verfügung. An die Stelle von Litfass-Säule, Ortsgespräch und Iso-200 Kleinbildfilm sind runderneuerte Mechanismen des globalen Kontrollverlusts getreten.

Eigentlich nicht uninteressant: Nicht ortsbezogenes Zusammensein ist jederzeit möglich, Kontakte können über (un)angenehm weite Distanzen aufrecht erhalten werden und, vielleicht der wichtigste Aspekt, narzistische Neigungen lassen sich gesellschaftlich anerkannt ausleben.
Der Teilhaber erhält die Möglichkeit, sich kommunikativ zu entwickeln.

"Möglicherweise sind die sozialen Netzwerke die Ultima ratio auf dem Weg in eine bessere, gerechtere und vor allem offenere Welt, die jedem Teilhaber den sozialen Aufstieg ermöglicht, sofern er sich nur hübsch anstrengt."

Reden wir nicht über Datenschutz, reden wir über Chancen: Eine Marktwirtschaft ist nur so reich, wie die Summe der ihr zur Verfügung stehenden Finanzmittel, was für unseren Fall bedeutet: Wer nicht mitmacht hat verloren.

Interessanterweise ist dies exakt der Umkehrschluss der Lehre aus dem Experiment mit dem Schreiorgan twitter.com: Wer da mitmacht, ist verloren. Nur Idioten biedern sich in einer solch dümmlich Art und Weise der Aufmerksamkeit anderer an, gleiches gilt natürlich auch für Blogs.

Aus diesem und anderen Gründen biedert sich winterorbit.de ab sofort dem System Facebook an. Falls Sie ebenfalls dort aktiv, und somit auch ein indirekter Freund von uns sind, drücken Sie doch gelegentlich mal auf den kleinen blauen Knopf am linken unteren Ende der Beiträge. Es soll ihr Schaden nicht sein...

Münsterlandreise #3

Heute ging es den Kanal hoch in Richtung des Dorfes Gelmer, welches wir umrundeten. Genau genommen haben wir uns hauptsächlich landwirtschaftlich nutzbare Nebenstraßen angesehen. Es bleibt die Erkenntnis: Das Münsterland ist randvoll mit Feldern und Wiesen.

Dienstag, 30. März 2010

Münsterlandreise #2

Wir sind heute angesichts des feisten Wetters erneut aufgebrochen, die tiefschwarzen Flecken der Heimat zu erkunden. Die Reise führte an dem ehemaligen Domizil der Dichterin Hülshoff vorbei Richtung Havixbeck. Etwas abseits größerer Straßen liegt dort ein weiteres Kleinod, man kann sagen: Eine Granate von einem Kaff.
Die wundervolle Ansammlung von Pflastersteinen und Fachwerk nennt sich Hohenholte. Kennern ist der Ort möglicherweise durch das westfälische Sprichwort "Wenn ich könnte wie ich wollte, wär ich stets in Hohenholte" bekannt. Nun, was macht dieses Dorf so magisch? Das ausgewogene Verhältnis von Wohnhäusern und Kneipen? Nein, es ist das rustikale kommerzielle Zentrum. Supermärkte, Kioske, Trinkhallen oder Tankstellen sucht man in Hohenholte vergebens. Dafür gibt es mittig im Dorf wahrhaftig einen Tante-Emma-Laden, zu betreten über einen gestandenen Wohnhausflur. Die Bedienung erfolgt bäuerlich-freundlich: Bezahlt man die 60 Cent für eine gekühlte Glasflasche Mineralwasser nach Großstädterart mit einem 5-Euro Schein, wird dieser als Wechselgeld unkompliziert zerrissen.

Montag, 29. März 2010

Münsterlandreise #1

Da sich die Wetterlage wieder ihrem Alter entsprechend verhält, konnte ich mit meine Erkundungen der Region aus dem letzten Jahr endlich fortsetzen. Gerade sitze ich am Ufer der Ems, einem Fluß nahe der Hansestadt Greven. Meine Route führte mich erst durch Coerde und am Ölhafen vorbei nach Gimbte.

Gimbte gehört mit Sicherheit zu den absoluten Highlights des Münsterlandes. Genau genommen sieht es aus, als wäre es von den Modellbauern von Märklin entwickelt worden: Klein und sauber und es gibt sogar einen Bauernhof in der Mitte.

Sonntag, 28. März 2010

Fußball und Mode? Ein ewiges Rätsel (von Pete)

Ich habe gestern nachmittag ein Fußballtor gehütet und aus diesem Anlass gibt ein Rätsel aus diesem Bereich:

Gesucht wird ein ehemaliger Fußballtorwart. Der gebürtige Ruhrgebietler stand in 3 verschiedenen Jahrzehnten für 3 verschiedene Vereine insgesamt 220 in der Bundesliga im Tor. Zu den Highlights seiner Karriere zählt mit Sicherheit, dass ihm einst mit seiner Mannschaft das gelang, was in jüngster Vergangenheit Eintracht Frankfurt und dem VfB Stuttgart gelang - nur deutlich höher. Sein damaliger Trainer wurde viele Jahre später Europameister, der Trainer des Gegners ist heutzutage Stammgast im DSF.

Den gesuchten Sportsfreund zeichnet aus, dass er vor allem bei schlechtem Wetter nicht nur auf die Produkte des Ausrüsters des Vereins zurückgriff, sondern eines seiner Accessoirs von einem Familienmitglied hergestellt wurde.

Schlage einen Punkt für den Namen des Sportlers vor und einen Extrapunkt für die modische Besonderheit...

Das Rätsel mit Weitsicht

Die Macht der Medien ist gewaltig, aber die Fähigkeit zu Glauben ist manchmal auch nicht zu unterschätzen. Es geht hier um einen Skandal, in den die Stadt New York, die Sonne und der Mond verwickelt waren. Infolge des Skandals soll sogar erwogen worden sein, die Verwandten von Batman zum Christentum zu bekehren, und zwar knapp über hundert Jahre, bevor der berühmte Superheld überhaupt erst erschaffen wurde.
Übrigens: Falls dieses schöne Rätsel der Kategorie "Mittel" schon frühzeitig gelöst werden sollte, wäre ein Leserrätsel für den Abend eine feine Sache!

Leistungstragik

Nachdem das gescheiterte Experiment mit dem Neumedium "twitter" jetzt endlich vergessen ist, wendet winterorbit.de sich wieder seinen Kernkompetenzen zu: Der Wirtschafts- und Steuerpolitik.

Da wir dringend der Meinung sind, dass Leistungsträger aus der Mittelschicht entlastet werden müssen, befürworten wie natürlich die Kampagne "Aufsteigerland NRW"
Die Wahlkampfinitiative ist als freundlich Einladung an die noch-nicht-Leistungsträger zu verstehen. Wer sich nur anstrengt, der kann vielleicht auch irgendwann dazugehören, Aufsteigen, Emporgleiten zu den Leistungsträgern der Mittelschicht. Zumindest aber kann er sie schon mal wählen.

Die FDP lockt den kleinen Mann. Merkwürdig, ist das nicht etwa schon Sozialismus?

Gut, irgendwie wird man schon etwas an gewissen Sachbücher erinnert, "Durch Sex in 20 Tagen zum Millionär bei gleichzeitiger Gewichtsreduktion" oder so ähnlich, verdienen tut der Autor und nicht der Depp, der wird nur ausgelacht.

Naja, vielleicht sollten wir trotzdem jetzt alle mal die Ärmel hochkrempeln, jetzt, wo doch der Sommer vor der Tür steht und es gilt, Fleysch atomkraftfrei auf Verzehrtemparatur zu verbrennen.

Freitag, 26. März 2010

Auf Wunsch grob zerteilt

Laufend durch den Supermarkt bemerkte ich ein Kleinod der Discountfleischerinnung: Eine Pappschachtel mit der Aufschrift: "Traditionelle Sülzen"
Wussten Sie schon, das Metzger früher auch Fleischhacker oder Knochenhauer genannt wurden und oftmals auch Logistikdienstleistungen (die sogennante "Metzgerpost") anboten?

Das ist in etwa so lustig wie der Titel des Films, der gestern Nacht in der ARD lief:
"Zwei Gangster heizen ein"
Um dieses humoristische Leuchten im Ganzen zu verstehen, muss man allerdings die verschiedenen jugendsprachlichen Bedeutungen des Begriffes "einheizen" kennen, der vor allem Mitte der 1990er Jahre massiv Verwendung auf bundesdeutschen Schulhöfen fand.
Wer kann sich noch erinnern?

Montag, 22. März 2010

Cinema Redux

Gerade stöber ich ein wenig im Netz und stolpere über eine interessante Idee. Haben Sie schon einmal einen Film gesehen? Klar! Aber haben Sie schon einmal einen Film im Ganzen gesehen? Vermutlich auch. Aber auf einmal? Vielleicht nicht.
Deshalb hier und heute auf winterorbit.de: Die Cinema Redux Version des berühmten Klassikers "Vertigo" aus dem Hause Hitchcock (Kenner deutscher Supermärkte wissen: Die stellen auch sehr sauren Saft aus Zitronen her).


(gefunden unter: http://www.brendandawes.com/sketches/redux)

Sonntag, 21. März 2010

Beglaubigter Betrug - Das Rätsel

Gesucht ist jetzt etwas aus dem Frühmittelalter. Natürlich, gemäß der Sache, handelt es sich dabei um etwas, was man gemeinhin als "nicht echt" bezeichnen würde. Trotzdem hat es doch einen recht bedeutenden Inhalt.
Es geht darin unter anderem um einen Umzug von Italien in die heutige Türkei, und, wenn man so will, um Gütertrennung.
Das Dokument ist übrigens so alt wie die Typenbezeichnung der zweiten Revision des berühmtesten und vielleicht besten Plattenspielers aller Zeiten.

Freitag, 19. März 2010

Nativus datum est

Wie mir gerade glaubhaft versicher wurde, werde ich am 12.12.12 exakt 33 Jahre alt. Falls bis dahin ein sogennanter "Frikadellen-Schnaps" erfunden sein wird, werde ich einen trinken. Interessierte und Schaulustige lade ich schonmal herzlich ein den Geburtstag mit mir zu begehen, über den genauen Ort werde ich in den nächsten Jahren informieren.

Dienstag, 16. März 2010

Raum und Zeit und Raum und Zeit

Wie klingt es nachts in einer Raumstation und wann ist da überhaupt Nacht? Wenn alle schlafen? Wenn die dunkle Seite der Erde die Sonne verdeckt? Immerhin muss man dann doch auf der anderen Seite einen unglaublichen Sternenhimmel erleben können, vielleicht sogar als Ausgleich?
Falls ich einmal die Chance haben sollte, in einer Raumbasis zu wohnen, ich würde mein Teleskop mitnehmen und Planeten beobachten. Trotzdem gilt auch für Die Da Oben:
Zeit ist relativ, schnell, vergangen, wenn man drüber nachdenkt.

Sonntag, 14. März 2010

Das inselbegabte Rätsel

Gesucht ist heute etwas, das es nie gegeben hat. Gesucht wurde aber nicht erst jetzt danach, sondern auch schon vor ungefähr 100 Jahren. Obwohl nicht gefunden, da nicht existent, wurde doch schon ein Name für das Objekt entwickelt: Es sollte genau so heißen wie die Person, die als erstes aus Putzwolle Papier machte. Mehrere der Expeditionsteilnehmer wurden übrigens nach 4 Jahren doch noch gerettet.

Freitag, 12. März 2010

Sachsengold

Eingentlich sollte dieser Beitrag "Commercial Breakdown III" heißen. Der Name des Produkts ließ mich aber anders denken.
Lassen Sie es sich über die Zunge gehen:

Sachsengold - Das Bier für jeden Tag
( gefunden auf: http://www.sachsengold-bier.de/ )

Donnerstag, 11. März 2010

Terrorakte NDW

Die leidige Diskussion um den Begriff kann beigelegt werden. Kunst entsteht nicht im Hirn, Kunst entsteht an Realschulen.
(vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Fred_vom_Jupiter).

Unglaublich, dieser Akt des zivilen Ungehorsams. Aber was hätte man auch sonst tun sollen zwischen Deutschem Herbst und Widervereinigung? Puhdys hören?
Wir jungen Leute können uns das heute ja alles garnicht mehr vorstellen, aber das mit dem "früher wa alles besser" scheint ja doch darauf hinzudeuten, dass alte Leute gefährlich sind.

Dienstag, 9. März 2010

Commercial Breakdown II

Eigentlich stimmt alles an dem Spot: Der füllige Kabarettist Fischer preist ein Möbelhaus an.
Das Möbelhaus ist insgesamt sogar "XXL", und es wird mit einem riesigen Holzsessel geworben, auf dem der Fischer steht. Alles bestens also.
Kurz vor Schluss diagnostiziert der dicke Mann dann aus dem Off noch schnell das griffige Motto des Möbelhauses: "Die mit dem roten Stuhl."
Da waren Profis am Werk, ganz klar.

Montag, 8. März 2010

Der Apfel fällt nicht weit vom Damm

Wunderbar, dieses anatomische Bild was? Es geht in echt aber natürlich um Apfelcomputer. Die haben ja Maschinen gebaut, die selber denken können. Dummerweise übernehmen sie das Denken für ihre Besitzer und sind ihnen nicht damit zu Diensten. So etwa wie Gehirnschnecken. Naja!

Um dieser Veralberung guter Sitten wirkungsvoll entgegen zu kommen, stehen jetzt die Hersteller anderer Computersysteme in den Startlöchern. Zum Beispiel die Firma Coby:
Anstatt, wie bei den Apfelcomputern, auf Design, Luxus und Neid zu setzen, geht diese Firma den entgegensinnigen Weg: Sie bauen ein Notebook und verkaufen es für 85 Dollar. Umgerechnet in Biofleisch entspricht das etwa einem Huhn und dem größeren Teil einer Hasenhälfte.
Ich frage Sie: Ist so etwas moralisch zu vertreten?

Sonntag, 7. März 2010

Mysteriös: Das rätselhafte Rätsel

Gesucht ist heute ein internationales Phänomen aus der der Werbe-, Jugend und Mediensprache. Es geht um etwas, das hier und dort unterschiedlich genannt wird.

In unserem konkreten Beispiel liegt sogar eine Doppelbedeutung vor: Nicht nur halten wir die Herkunft des gesuchten Gegenstands für dortig, nein, auch halten die drüben es für ein bayrisches Automobil oder (wieder woanders) für ein Foul beim Cricket.

Wie wird das Phänomen genannt und welcher Gegenstand wird gesucht?
Übrigens: Dieses Rätsel ist für Feedreader nicht wirklich geeignet, die volle Power kann man sich nur persönlich auf winterorbit.de abholen!


Tipp: Sehen Sie sich doch die Schrift des neuen Logo einmal ganz genau an und ziehen Sie einen Schluss.
Tipp2: Starren Sie auf das schwarze Nichts und versuchen Sie, den dunklen Spiegel mit dem Mauszeiger wegzuwischen.
Tipp3: Jetzt vielleicht mal eine inhaltliche Hilfe. Sehen Sie doch einmal in ihrer Hosentasche nach und zeigen Sie den Fund einem Amerikaner. Das funktioniert allerdings nur, sofern Sie kein Iphone besitzen, das wird da auch anders genannt.

Samstag, 6. März 2010

Voll von feinster Qualität

Das Webangebot von winterorbit.de wird in naher Zukunft seinen ersten Geburtstag und den zehntausendsten Besucher feiern. Um dieset gebührlich zu begehen, hatte ich mir eigentlich eine stramme Militärparade nach nordkoreanischem Vorbild gewünscht, Probleme mit Zoll und Ideologie haben die Pläne allerdings unwirsch gestoppt.

Also doch Plan B: Aufkleber, kleine Fähnschen und ein vegetarisches Grillfest im Park mit Blick in die Sterne. Ort und Zeit werden noch bekanntlich gemacht.

Und für die gute Stimmung am Wochenende jetzt vielleicht noch schnell ein Witz aus dem Archiv, alt und albern zwar, aber doch voll von feinster Qualität:

Kommt ein S zu einem I und sagt: "Ey! Mach dich mal locker!"

Freitag, 5. März 2010

Die leckere Legende

Jetzt aber mal zu was komplett anderem, diesen halbausgedachten Unsinn kann man ja wirklich niemandem dauerhaft zumuten. "Er faselt schon wieder, anstatt sich mal Gedanken um seine Zukunft zu machen. Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir!", hätte mein Erdkunde-LK Lehrer vermutlich gesagt, mit diesem eigenartig holzigen Timbre in der Stimme. Kommentarlose Zustimmung wäre die Folge gewesen.

Also zurück zu den harten Realitäten: Ich selber verzehre ja nur noch Bio-Fleisch und delfinfreundlich gefangenen Fisch, allerdings nicht wegen dem Geschmack, sondern aufgrund einer tollen Mischung aus Gewissensbissen und Geltungsdrang.

Trotzdem oder gerade deswegen möchte ich Ihnen an dieser Stelle den anderen Höhepunkt meiner Dosenfleyschsammlung vorstellen: Spam. Ebenfalls gefangen im angelsächsischen Raum, handelt es sich tatsächlich um den Namensgeber des Emailphänomes ("Mehr\ power im Schlafzimmer", "Get the best deals online for the largest selection of branded watches on the Internet", ...etc).

Hinleitung Eins: Dogma vs. Monument

Hier gehts nicht um die Verwandschaftsverhältnisse von angelsächsischen Hunden, neinein, es geht natürlich um die Sprachwissenschaft. Es kann doch eine diebische Freude bereiten, wenn man die gewordenen Konventionen der sogenannten Rechtschreibung einmal etwas außer Kraft, setzt. Denn: Kreativität liegt nicht auf der Straße, sondern daneben.
Um es besonders undeutlich, und darüber hinaus noch mit Donald Koch aus Hessen zu sagen:
"Mein einziger Fehler war, die Öffentlichkeit falsch informiert zu haben"

Dienstag, 2. März 2010

Wertegemeinheiten

Moral und Ethik, so habe es mir aus Funk und Fernsehen zusammengereimt, sind letztlich doch nur die erfolgversprechensten Prinzipien, um den eigenen Bedürfnissen Genüge zu tun. Dies gilt in besonderem Maße für die lebensmittelausscheidende Industrie.
Man schnibbelt nunmal niemendem etwas Wurst extra in die Suppe, wenn man nicht im Gegenzug einen erhöhten Absatz der eigenen Fertigmahlzeit im Sinne hat. Aber was dem Süden sein Bill Collins ist, das ist dem Norden der Pottkieker: Preiswert und von der Message her nicht gerade Bio. Trotzdem schmeckt es einigen, andere kommen sich sogar besonders ehrlich vor, wenn Bauchspeck zwischen Erbsen glibbert.
In diesem Sinne sagt man sich: Im Eintopf ist für jeden was dabei, aber einige Zutaten mag man dann doch besonders gerne. Gäbe es keine Moral, würde sich das also auch auf den eigentlich als Gemeinschaftsgericht gedachten Eintopf auswirken. Der Jäger würde den Sammler eiskalt ermorden und einsam eine Art fleischige Masse zubereiten, Probleme hätte er deswegen aber nicht, er hätte ja im Sinne seiner Gattung gehandelt.
Spinnen Sie den Gedanken doch einmal weiter und finden Sie heraus, vor welchen Problemen die Lebensmittelchemie tagtäglich steht. Es geht um nicht weniger als den Kampf Gut gegen Böse, jeden Tag von 8-22 Uhr.