Montag, 30. November 2009

D wie Diskussion - Der deutliche Diskurs

Krawall und Remmidemmi: Am 12.12.2009 findet in der Halle Münsterland ab 21h eine Ü30-Party statt. Lachhaft! Bei mir findet zur gleichen Zeit eine 30-Party statt. Wie konnte es nur soweit kommen?

Partizipation heisst auch hier das Stichwort: Ich will mal wieder ein paar Wortmeldungen!
Und das beste: Heute ist freie Themennacht!

Sonntag, 29. November 2009

Theologische Statistik - Das Rätsel

Es geht um eine Wette. Bei der Wette geht es um die Existenz Gottes.
Insbesondere Informatiker können mit dieser Wette zum Christentum bekehrt werden.

Derjenige der die Wette (und die sich ergebenden logischen Schlussfolgerungen) formulierte, ist weithin bekannt. Es gibt ihn auch in einer Fassung für MS-DOS, mit einem Namensvorsatz der heisst wie eine Schneckengattung oder wie eine Hafenstadt in Kolumbien.

Welche Postleitzahl hat die Hafenstadt, wie groß wird die Schnecke etwa und was hat es mit der Wette auf sich?
Belohnung: 2 Punkte

Freitag, 27. November 2009

Erste Risse

Neue Medien und Plattenindustrien - man könnte auch von Antagonisten reden. Die einen versprechen ein völlig neues, elektronisch datenverarbeitetes Lebensgefühl, eine neue Welt, in der einjeder nicht nur partizipiert, sondern auch Achtung erfährt.

Musik wird hier gelebt, rezipiert oder wertungsfrei akzeptiert. Das Angebot besticht durch Vielfältigkeit. Besondere Hörgewohnheiten werden individuell gefördert. Social Networking lässt das globale Dorf noch weiter zusammenwachsen.

Auf der anderen Seite die Plattenindustrien: Im Wirthaus des globalen Dorfes versuchen sie uns ein fades Stammessen zu servieren. Und zwar ungefragt.

"Der Konsument informiert sich in den Massenmedien über verfügbare Produkte. Bei hoher Passung zu seinem eigenen Geschmack oder nach Empfehlungen aus seiner Peer-Group greift er zu. Dass die Anzahl der verfügbaren Produkte gering ist, erfreut ihn, gibt es ihm doch die Sicherheit, keine falsche Entscheidung treffen zu können."

Verzicht auf Trägermedien bedeutet Verzicht auf Kontrolle. Verzicht auf Kontrolle bedeutet Verlust auf dem Markt. Nischenmärkte entstehen. Anarchie ist die Folge.
Erste Risse entstehen gerade: Das tolle Album von DJ Danger Mouse wird nach Streitigkeiten mit der Plattenfirma wohl nie auf einem Tonträger erscheinen, findet aber trotzdem seinen Weg zu den Hörern.


Montag, 23. November 2009

Fight Anglicisms II: The Reckoning

In der Innenstadt der westfälischen Metropole Münster hat sich einiges getan: Ein neuer Konsumtempel ist entstanden, so formschön, dass selbst Josef Stalin Tränen gespuckt hätte.

Kern des Komplexes ist die neue Filiale von Karstadt Sport, "KARSTADT sports" genannt. Im Inneren ist alles sehr neu und sauber und die nutzlose Musik von Roger Cicero wird gespielt, vermutlich den ganzen Tag. Man singt deutsh, sozusagen.

Wer Münster kennt, kennt auch den ehemaligen Standort des sympathischen Karstadt-Sport Warenhauses: Den alten Kiffe-Pavillon. Der wurde jetzt so zu einem Ein-Euro-Outlet umfunktioniert, dass es eine reine Schande ist. Aber zurück zu den Anglicisms.

Wer zeichnet sich hierfür verantwortlich? Immerhin fällt auf, dass sich Werbeagenturen selber nicht so dämliche Namen geben. Die bleiben im Deutschen und heissen etwa "Peterson&Bimmel - Agentur für Neue Medien"
Offenbar wird dem anvisierten Karstadtkunden die Erkenntnis dieser germanoiden Coolness (hihihi) nicht zugetraut.

Sonntag, 22. November 2009

Mimesis

Mit dem Ausdruck "Mimesis" beschreibt man eben nicht die Eigenschaft eines Tieres, das vordergründig nichts kann, aber trotzdem gut schmeckt. Wär ja auch noch schöner.

Nein, "Mimesis" bedeutet nach Aristoteles die Nachahmung von Wirklichkeit.

"Geilo", sprachs, und machte sich auf, den Virtualos und Cyberisten das Fürchten zu lehren, den erhobenen Zeigefinger am Touchscreen des Zeitgeistes. (sic!)

Donnerstag, 19. November 2009

Mediocre Thinking

Wissen Sie, was das Dilemma des Verschwörungstheoretikers ist?

Zunächst fühlt er sich nicht hinlänglich beachtet (das kann man auch als Grundvoraussetzung sehen), dann erlangt er langsam Gehör, labt sich an der Aufmerksamkeit und kann schon kurze Zeit später nicht mehr davon lassen.

Hier beginnt dann das eigentliche Dilemma. Angespornt von den Anfeuerungen 15-Jähriger Akte-X Fans, wird der Theoretiker zu immer abstruseren Entdeckungen verleitet, um seinen Status aufrecht erhalten zu können. Zack, Mondlandung gefälscht, Mondsubstanz Käse und Hansaplast in echt Messerhersteller.

Dabei ist die Idee der Verschwörungstheorie nüchtern betrachtet doch eine eher gute. Die stinklangweilige Demokratiewelt um Pofalla und Konsorten wird eingetauscht gegen einen wunderbaren Abenteuerspielplatz, auf dem sich der Theoretiker gedanklich auf der richtigen, der guten Seite einpegelt und die er gegen das Böse verteidigen kann.

Hier zeigt sich aber auch der zweite Teil des Dilemmas: Der Verschwörungstheoretiker ist nicht fähig, seine eigene Rolle wirklich zu hinterfragen. Es steht für ihn ausserhalb der Diskussion, ob überhaupt er der Gute ist. Dabei birgt auch diese, andere Sichtweise eine Menge Spaß.

Wäre es nicht möglich, dass es eine gutmeinende Verschwörung gegen uns gibt? Weltumspannend, organisiert von netten Menschen, die das Understatement auf die Spitze treiben? Die uns heimlich Bio-Bohnen in die Eintopfdosen füllen? Die noch mehr Kriege wirkungsvoll verhindern? Die Karl dem Käfer ein neues Heim aus Laub und Erde gebaut haben?
Kann es wirklich sein....?

Mittwoch, 18. November 2009

www.winterorbit.de

"Halt die Fresse und guck nach oben!"

So oder so ähnlich könnte die Antwort auf diverse Fragen lauten, die alle nichts mit den Leoniden zu tun haben.

"Halt die Fresse!"

So lautet die Antwort auf die Frage nach einer Umgestaltung der grafischen und inhaltlichen Oberfläche, auf der winterorbit.de derzeit stattfindet. Trotzdem könnnte man mal darüber nachdenken. Immerhin: "Technokratisch, futuristisch, extraoriginell", lustig ist das alles nicht mehr.

Braucht es neue Anstöße? Ja, sagt Löw, nein, doch, Löw. Der Bundestrainer.
Aber der meint was anderes.

"Prominente stellen ihr Wissen unter Beweis!" heißt es im Fernsehen, "Ich habe keine Antwort darauf!", heißt es auf Seite winterorbit.de

Dienstag, 17. November 2009

Am oberen Ende der Nahrungskette

Eintausend Gramm Bratwurst, herzhaft gewürzt, inklusive Bratpfanne mit Antihaftbeschichtung. Stück 5,-

Das zugehörige Bild ist mehr als zweideutig: Eine meterlange rohgrobe Bratwurst, aufgerollt zur Schneckenform, in der Mitte ein Haarbüschel Petersilie. Als Trägermedium wird eine Pfanne mitgeliefert.

Bemerkenswert? Vielleicht nicht. Beim Entenbrust-Filet ist dem Konzern ein Fehler unterlaufen: "Barbarie" steht da.

Donnerstag, 12. November 2009

Nachgereicht und Durchgesehen: Das Letzte

winterorbit.de: Herr Lubux, wir begrüßen Sie erneut und erfreut. Was, Herr Lubux, geht ab?

lubux.com: Das Regime unterbindet die Zurschaustellung frischer, nordamerikanischer Serienkost - im einzelnen wäre hier Knight Rider zu nennen - derzeit effizient. Da bleibt mir auch Zeit für ein Interview.

winterorbit.de: Zeit als Synonym gemeint - und davon gehen wir aus - scheint in diesem Zusammenhang nah am Begriff des Stockens, z.B. von Eiweiß, einer lebertrannahen chemischen Verbindung. Wo sehen Sie da den Zusammenhang?

lubux.com: Herr Wochenschau - äh, Winterorbit - ich muss zugeben, Ihre Frage nicht ganz zu verstehen, wohl, weil ich sie nicht ganz gelesen habe. Mit Lebertran verbinde ich freilich den Walfisch, der unlängst nur einige hundert Meter Luftlinie von hier "angeliefert" wurde.

winterorbit.de: Herr Ku-Klux - äh, Lu-buchs - das it richtig. Ein Wunder des Weltmeeres. Live und trockengelegt. Aber was anderes: Stichwort Comedy. Trugschluss oder irrweg der deutschen Humointelligenzija?

lubux.com: Zunächst heißt es Weltmeere, im Plural, verstehen Sie. Und das, obwohl die eigentlich alle verbunden sind - Binnenmeere mal ausgenommen. Ich glaube, Trugschluss und Irrweg schließen sich gegenseitig nicht aus. Der wirkliche Abschaum der Comedians sitzt allerdings selten vor, sondern im Fernsehen. Das muss man sich mal überlegen.

winterorbit.de: Ein interessanter Einwurf. Übertragen gesehen meinen Sie wohl: Der Feuerlöscher ersetzt den Hausbrand im Heimvideoarchiv?

lubux.com: Wissen Sie, welchen Personalausweis ich gerne Klauen würde? Aber Sie haben schon Recht. Heimvideos hält sich der gemeine Betrachter allerdings ja immer seltener auf Medien, wo ein Feuerlöscher noch was nützt. "Festplatte" zum Beispiel, ein nicht ganz zu gelungenes Album der Prinzen.

winterorbit.de: Herr Lubux, das ging zu weit! Wenn ich mich verarschen will, rufe ich meinen Anrufbeantworter an und sage dem, ich wäre nicht da. In diesem Sinne: Guten Rutsch!

lubux.com: Wie bitte? Ah so. Gut.

Das Interview wurde aus technischen Gründen im Oktober 2009 aufgezeichnet.

Dienstag, 10. November 2009

Fertiggedichte

Wahre Lyrik schreibt der Zeitgeist! Und die neoliberale Marktwirtschaft auch!

Klar, alte Männer mit grimmen Gesichtern und längerhaarige Mittdreissiger in feinem Zwirn und mit feistem Titel, die galten bisher als Hauptverdächtige, wenn es um kunstvolle Sprachgebilde ging.
Thematisch vorrangig wurden die Liebe, die Jahreszeiten und die Blumen behandelt und es war alles schön und glänzte noch schöner und jeder war sich innerlich einig.

Aber, relativ nüchtern betrachtet, mag kaum jemand den alten Grimmen und den jungen Schnösel lesen, nein, man wendet sich ab von der geplanten Lyrik.

Trotzdem: Da ist sie, wenn auch in ganz anderer, ungeplanter Form, man muss nur die Augen offen halten.
Ein Beispiel:

" Der heilige Vater winkt ihnen zu.
Und mit einem Saugnapf an der Windschutzscheibe Ihres Autos befestigt, bringt er Segen auf allen Wegen.
15cm hoch, Kunststoff "

Donnerstag, 5. November 2009

Cattle Grid II - Woollen Terror

Nicht viel los hier momentan, was? Bin derzeit mit diversen Real-Life Aktivitäten beschäftigt, muss ja auch hin und wieder mal sein. Medienkompetenztrainig via Bewerbungstraining via Film in einer Förderschule zum Beispiel. Sehr interessante Erfahrung, wirklich.
Morgen ist letzter Tag, danach gehts direkt weiter nach Norden an den Deich, den Nachfolger zu Cattle Grid drehen. Gerüchten zufolge wird der Trailer diesmal mindestens doppelt so amüsant wie der eigentliche Film, zu Recht wie ich meine, denn man hat ja auch eine Marktwirtschaft, nicht wahr!